Sophie Allisons Debütalbum Clean ist voller melancholischer Melodien, origineller Schwärmereien und das Beste, was wir diese Woche gehört haben.

Im Zentrum ihres ersten Studioalbums hadert die 20jährige Sophie Allison spürbar mit sich, ihrem Umfeld, mit den emotionalen Schwierigkeiten der Adoleszenz. “Blossom (Wasting All My Time)” ist tiefgründig, sensibel und beschreibt, warum man sich nach ein paar Songs schnell und unkompliziert mit der Musik der Künstlerin aus Nashville anfreundet: Allisons Texte sind mehr als Außenseiter-Teenage-Romantik, sie beschreiben ihre Protagonistinnen cool und eingehend zugleich. Ruhig und ausgeglichen ist Clean geworden, Slacker Motive und Shoegaze Ansätze vermischen sich mit verträumter Nachdenklichkeit und bieten ein Album, das sich lohnt, wenn man sich dafür Zeit nimmt.

Allisons Geschichten handeln von animalischen Liebenden, nervöser Depression und erfolglosen Versuchen der Selbstsuche. Clean ist selten fröhlich und noch weniger überschwänglich, was einen gesamtkonzeptionellen Stil erkennen lässt, der die große Stärke des Albums darstellt. Großen Einfluss habe laut eigener Aussage Allisons, die für ihr Debüt mit dem Produzenten Gabe Wax, der auch für die letzten Veröffentlichungen von Bands wie The War On Drugs und den Fleet Foxes verantwortlich war, arbeitete, die Musik von Joni Mitchell gehabt, was sich beim Hören von Songs wie “Wildflowers” und dem Opener “Still Clean” erkennen lässt. Im Englischen gibt es den Begriff “Bedroom Pop”, der zumeist intime, träumerische Musik beschreiben soll. Soccer Mommy ließe sich wahrscheinlich ähnlich einordnen: Ruhige und klare Strukturen gepaart mit wunderbarem Talent, Geschichten zu erzählen.