Bubblegum Melancholie der Extraklasse – Rhumba Club stellt sein neues Video „Reunion“ vor

Rhumba Club // Filmstill aus "Reunion
Rhumba Club // Filmstill aus "Reunion

Rhumba Club ist das Projekt des ehemaligen Frontmannes Tom Falle von TEDDY, einer Synth-Pop-Band aus London. Mit „Reunion“ gibt es nun feinsten UK-Pop à la Dev Hynes.

Wie schafft man es einen Sound zu schaffen, der bereits beim ersten Hören an klebriges, pinkes Kaugummi erinnert? Der Fakt, dass Tom Falle alias Rhumba Club nach der Auflösung seiner Band TEDDY fast süchtig nach Wham! und Erasure gewesen ist, ist sicherlich ein Lösungsansatz. Vielleicht kommt es aber auch durch den Einsatz von Panflöten und weiterem 80’s Gedöns, dass der Song einfach dieses so totgeschriebene Sommergefühl auslöst und es jetzt perfide mit Blubblegum Melancholie umschrieben wird.

Mit Rhumba Club hat der Musiker seine Vergangenheit ablegen können und zeigt sich nun mit einem weitaus weniger auf Krampf maskulinem Sound. Seine Single „Reunion“ versprüht einen leichten Vibe, das Fingerschnippen ist in Gedanken immer dabei und auch eine Portion Melancholie liegt immer in der Luft. Referenzen an Adidas Shirts und weiteren Hype-Zutaten verordnen den Song dann schlussendlich doch klar in die heutige Zeit.

Rhumba Club ist also wie eine süße Versuchung, die immer wieder Stilbrüche in Kauf nimmt. Das Video zu „Reunion“ zeigt, dem Künstler zufolge, eine sehr homosexuell aufgeladene Stimmung in einem Umfeld in dem es sonst eigentlich vor Testosteron nur so trieft – der Boxring wird zur Tanzfläche. Der sterile weiße Wimbledon Look der beiden Protagonisten steht in starkem Kontrast zu den veralteten Fitness-Geräten im Hintergrund. Dev Hynes von Blood Orange hätte einen solchen Song mit passendem Video wohl nicht besser treffen können.