Petite Noir mit „Chess“

Von wegen klein und schwarz-weiß: ein musikalischer Fruchtsalat, reif und fresh zugleich

Petite Noir hat seinen Weg in meine Hörgänge über mehrere Kanäle gefunden. Zuerst wurde er von Yasiin Bey (ehemals Mos Def) als aufregender neuer Künstler neben Benjamin Clementine und Dirty Paraffin erwähnt, dann hat Nicorola den Musiker samt Single „Chess“ vorgestellt. Zu guter Letzt hat Pitchfork den Faden aufgenommen und „Chess“ zum Best New Track gemacht. Les Inrocks, Stereogum, Dazed – sogar in den „Top 50 South Africa’s most stylish men“ der südafrikanischen GQ taucht er auf. Viel mediale Aufmerksamkeit, die sich Yannick Ilunga auch redlich verdient hat. Nach seiner Debütsingle „Till We Ghosts“ b/w „Disappear“ von vor zwei Jahren erscheint Anfang 2015 die erste EP, The King of Anxiety.

„Chess“ ist ein guter erster Vorgeschmack auf die EP, auf der sich auch „Till We Ghosts“ finden wird, sowie eine Kollaboration, von der wir jetzt noch nicht zuviel verraten wollen. Indie mag man das nennen, von mir aus auch Post-Punk Electro. Ich nenn es ausnahmsweise mal gar nichts, denn die Einflüsse, die da drin stecken – Willis Earl Beals soulvolle Stimme, atmosphärische Gitarren und hallender Gesang à la Total Life Forever, die PBR&B-Produktion eines Chet Faker und die Stilsicherheit des Fresh Prince of Bel Air – lassen Petite Noir erfreulicherweise zwischen den Genre-Stühlen stehen. Fakt ist, „Chess“ könnte auf einer Party direkt nach „Cigarettes & Loneliness“ gespielt werden und niemandem würde es auffallen. Vom nüchternen Anfang steigert sich der Song hin zum ekstatischen Abschluss, der an einen weniger am Dancefloor orientierten Shamir denken lässt – ein weiterer aufregender, junger Künstler, der sich anhört, als sei er schon lange im Business. Wenn da nicht jemand nach der crossover Krone greift.

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Petite Noir – „Chess“:


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Fichon

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