Kaleidoskop in Pastell – Akwuar und sein subtiler Psych Pop

Akwuar // © Patrick Braun.

Wo andere die Synthieflächen aufeinander schichten, setzt Patrick Braun auf Zurückhaltung. Im Januar erscheint die erste EP unter neuem Pseudonym.

Der Kölner hat schon reichlich Erfahrung gesammelt: als kreativer Kopf der Band Blauw, unter seinem DJ-Moniker Motip White oder als 50% des Duos Hufschlag & Braun, dessen andere Hälfte bei Woman den Gesang liefert. Für Akwuar hat der Musiker sich zum ersten Mal selbst ans Mikro gewagt und es dabei geschafft, sich nicht die ganze Zeit hinter drei Dutzend Effekten zu verstecken.

Das ist es auch, was die ersten beiden Songs seiner ersten EP von den kaum versteckten Einflüssen abhebt. Wo die Beatles und der allgegenwärtige Kevin Parker mithilfe des Studios sämtliche Ideen in einen Song werfen, übt sich Braun in Zurückhaltung. „Millions of Same Faces“ stützt sich auf eine warm verzerrte Gitarre und den Gesang, die Rhythmusgruppe übertreibt es trotz Präsenz im Mix nicht und auch der Synthesizer bleibt im Refrain an seinem Platz. Effekte gibt es zwar, aber sie sind bewusst eingesetzt.

Der zweite veröffentlichte Song, „Do You Deserve My Mind?“ nähert sich mehr dem Verschwurbelten von Tame Impala an, schafft es aber, eine kritische Distanz zu wahren. Wie ein Kaleidoskop, dessen psychedelischer Effekt dadurch verringert wurde, dass die knallbunten Farben durch Pastelltöne ersetzt wurden.

Die erste EP von Akwuar erscheint am 18. Januar, das Video zu „Millions of Same Faces“ – garantiert ohne Farben! – könnt ihr unten sehen.