Goat’s (ok)kultiges Video zu „Hide from the Sun“

Die schwedischen Psychedeliker schwingen die Mystikkeule

Ich bin immer noch etwas entrückt über die Entdeckung, dass die mysteriösen Psych Rocker von Goat eine übermaßen ausgeprägte visuelle Komponente haben. Reviews zu ihrem zweiten Album „Commune“ kritisierten – zurecht! – ihren „pseudo-mystischen“ Narrentanz und den Vorzug, den sie ihrem Stil gegenüber der Qualität der Songs geben. Während ich das Debüt „World Music“ noch als solche genießen konnte (oder zumindest als psychedelischen, energetischen Rock, der nicht nur in der sogenannten westlichen Musik seine Einflüsse sucht), ruft „Commune“ immer wieder ungewünschte Assoziationen hervor. Masken und Kostüme, in denen die Musiker auftreten, Rätsel über Band- und Albumnamen, die eigentlich in Verschwörungstheorie-Foren gehören. Und Pressemitteilungen, die erstmal eine Zeile darauf verwenden, etliche absurde und/oder nicht zu der Musik von Goat passende Genres wie „Biker Funk“ und „Spacey Techno“ zu name-droppen.

Das wird von der Band selbst sehr gefördert, wie das neue Video zu „Hide from the Sun“ zeigt. Plot und Bildsprache sind typisch okkultes – oder pseudo-mystisches – Material: Schönes Mädchen in weißem Kleid (weiß = Unschuld = Jungfrau, Klassiker Nummer 1) wird von maskierten Wilden durch einen Wald gejagt (#2), bevor sie, Achtung plot twist, als deren nicht mehr unschuldig wirkende Königin auf einem Thron sitzt und sie womöglich verbrennt (Transformation und Feuer, Gemeinplätze 3 und 4). Das Video funktioniert wenn dann nur als ironisch-kultiger Pastiche, eine Mischung aus Mastodon-Ästhetik und den mystischeren Seiten der ’70er-Rockmusik. Gleichzeitig lenkt es aber leider von der Musik ab, die eigentlich unsere ganze Aufmerksamkeit verdient.

Bildet euch hier eure eigene Meinung zu „Hide from the Sun“:

Fichon

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