Die amerikanische Komödie des Father John Misty

Father John Misty // Screenshot: Father John Misty - Pure Comedy

Joshua Tillman geht auf anthropologische Sinnsuche und landet im Chaos – ein dramatisches Statement zum Stand der Dinge.

Nach seinem 2015 erschienenen Album „I Love You Honeybear“ und den davon unabhängig stehenden Songs „Real Love Baby“ und „Holy Hell“ aus dem Jahr 2016, zeigt der amerikanische Geschichtenerzähler mit starkem Hang zur Satire in seinem gerade erschienenen Song „Pure Comedy“ in sowohl sprachlich als auch visuell aussagekräftigen Bildern, wo eine Gesellschaft in Zeiten von Neo-Liberalismus, ungebremster Globalisierung und gewählten Radikalen  seiner Meinung nach einzuordnen sei. Video und Song sind dabei, typisch für den Künstler, dramatisch, extrem ironisiert und münden im Spektakel.

Dem Aufbau eines aristotelischen Dramas folgend, führt Tillmann zu Beginn des Songs grundlegend in’s Thema ein. Das Video zeigt sowohl die Erdkugel, als auch schwimmende Spermien und der Betrachter bekommt ein Elternpaar aus der Sicht eines Neugeborenen gezeigt. Auffällig aufgrund ihrer Häufigkeit sind vor allem die karikativen Comicstrips, die meistens chaotisch anmutende Menschengruppen zeigen und gesellschaftlich unumgängliche Themen wie Sexualität, Religion oder auch Materialismus in ihre jeweilig eigenen Extreme geführt darstellen. Am Höhepunkt angekommen fragt Father John Mistys Erzähler, der textlich stets fern ab vom Geschehen zu stehen scheint, sein Publikum „where did they find these goons they elected to rule them?“ und im Video ist, nach Mike Pence und Ivanka Trump nun auch der seit kurzem vereidigte 45. Präsident der USA, Donald Trump,  zu sehen. Naturkatastrophen und Völlerei werden gezeigt, die Stimme Tillmans nimmt Fahrt auf, immer häufiger erscheint Trumps Konterfei kühl nickend, ein letzter Comic Strip zeigt eine Feiergesellschaft von Skeletten. Father John Misty hat seine ‚Comedy‘ in eine Tragödie verwandelt und bekennt verbittert „I hate to say it, but each other is all we got“.