Das beste Release der Woche – Yukno & Fibel

Yukno // © Luca Fuchs

Nach ihrem Album “Ich kenne kein Weekend” und der dazugehörigen Tour veröffentlichen Yukno gemeinsam mit Fibel die erweiterte Version ihres Songs “Tomorrowland”: Expressionistische Lyrik, versteckt in dunkler Dystopie.

Auf ihrer albumlangen Fortsetzung des Beuys’schen Kunstwerks “Ich kenne kein Weekend” findet sich im Song “Tomorrowland” der Satz “Geiles Leben, geile Feiern. Ein Blowjob für den Biedermeier”. Ruhig und distanziert klingt sie, diese Parole über die abhanden gekommene spektakuläre Menschlichkeit im nie endenden Konsum des Mahlstrohms, der dich wahlweise von Donnerstag bis Dienstag dorthin treibt, wo es ihn noch zu geben scheint, den wirklich authentischen Kick des Exzesses.

Yukno und Fibel, die sich die Österreicher für die Überarbeitung ihres Songs “Tomorrowland” ins Boot geholt haben, beschreiben über einem dunklen Beat-Arrangement mit eben jenen Sätzen die leere Angepasstheit der stillen Filterbubble, in der unsere geilen Leben, unsere Nächte bis zum Anschlag stattfinden. Vor den Bildern von Fritz Langs monumentaler Dystopie Metropolis ergänzen sich Nikolaus und Georg Nöhrer mit der Stimme des Fibel Sängers Jonas Pentzek, das Vorhaben der Österreicher die lyrische Aussage in den Mittelpunkt zu rücken, funktioniert hier noch klarer und deutlicher.

Ist Ich kenne kein Weekend musikalisch noch sehr ruhig und stimmig gehalten, entwickelt “Tomorrowland” auch durch die Leere in die vor allem Pentzek hinein singt eine enorme räumliche Weite, Popmusik schafft sich Platz für die eigene Expression. Die kalte Stimmung, das mitunter monoton mechanisch voranschreitende Grundgerüst des Songs stehen sowohl dem Pop Yuknos als auch dem Post-Punk der Mannheimer von Fibel gut zu Gesicht, der Song schwebt lyrisch wie musikalisch, um sich schlussendlich selbst einfangen zu können. Yukno spielen im Sommer beispielsweise auf dem Kosmonaut Festival in Chemnitz, von Fibel gibt es nächste Woche mehr zu hören: Dann erscheint die Single “Kommissar” zur im Verlaufe des Jahres erscheinenden Debüt-EP.