Sadek Massarweh und Jakob Hersch von Monako.

Noch eine Woche – dann findet im beschaulichen Neustrelitz die 20. Ausgabe des Immergut Festivals statt. Zum Jubiläum beweisen die Organisatoren nicht zum ersten Mal ihr feines Gespür für ein ausgewähltes Line-Up. Wir stellen euch unsere Highlights vor.

Alli Neumann

Die Hamburger Musikerin tauchte im letzten Jahr in der Deutschen Pop-Landschaft auf und sorgte für Furore. Auf der einen Seite spielte sie eine der Hauptrollen in Kim Franks Erstlingswerk „WACH“, auf der anderen Seite veröffentlichte sie ihre Debüt-EP „Hohes Fieber“. Dieses Jahr folgte ihre zweite EP „Monster“ und auch im Neo Magazin Royale war sie bereits zu sehen. Zusätzlich geht sie Ende des Jahres auf ihre erste, von uns präsentierte Headliner-Tour. Alli macht spannende, alternative Popmusik, die sich nicht an Konventionen hält und längst überholte Grenzen neu definiert. Also: Hingehen!

Donnerstag, 18:50 – 19:35 Uhr, Waldbühne

black midi

Ganz hoch im Kurs auf den Musikportalen des World Wide Web steht aktuell die britische Gitarrenband black midi. Dabei sind sie besonders auf Grund ihrer energievollen Liveauftritte derzeit in aller Munde. Die Musik des Londoner Quartetts ist alles andere als leichte Kost: Rhythmen- und Tempiwechsel, noisige Gitarren und kryptische Vocals sind an der Tagesordnung. In Kürze veröffentlichen sie ihr Debütalbum „Schlagenheim“, aus dem uns auf dem Immergut Festival bestimmt einige Tracks um die Ohren fliegen werden.

Samstag, 19:45 – 20:25 Uhr, Zeltbühne

BLVTH

Wer in der letzten Zeit die hiesige Musikpresse verfolgt hat, ist um den Produzenten und Sänger BLVTH nicht herumgekommen. Nicht nur lieferte er einige Beats für Caspers letztes Album, sondern begleitete ihn und Marteria auch als Supportact. Zuletzt spielte er seine erste eigene Tour. Durch Banger wie „Pusher“ oder „Cool“ heizt er bei seinen Shows dem Publikum mit trappigen Beats und poppigen Arrangements ein, sodass keine Stirn trocken bleibt.

Freitag, 19:45 – 20:25, Zeltbühne

International Music

Deutsche Musik hat es in Zeiten von Matthias Schweighöfer, Andreas Bourani und Tim Bendzko nicht immer ganz leicht. Zum Glück gibt es da noch Projekte wie das von International Music. Das Dreiergespann aus Essen lässt uns aufatmen: der Gesang herrlich abwesend und emotionslos, die Gitarren mal melancholisch vor sich herplätschernd, mal krachend. Und was ist Pedro Goncalves Crescenti, Peter Rubel und Joel Roters Geheimrezept? Ganz einfach: Cool bleiben!

Donnerstag, 17:10 – 17:55 Uhr, Waldbühne

Die Kerzen

„Die Powerbank ist leer / Die Kerzen Open Air“! Zwar spielen Jelly Del Monaco, Fizzy Blizz, Die Katze und Super Luci nicht auf dem regulären Festival, sind aber für einen schmalen Taler am Freitag auf dem „Immergut auf Helgoland“ zu sehen. Dieses findet auf einer kleinen Insel im Zierker See statt; passend also zu der verträumten Popmusik von Die Kerzen. Romantischer wird’s nicht!

Freitag, zwischen 11:30 – 14:30 Uhr, Immergut auf Helgoland

Monako

„The renaissance of the sensual melancholia. Slowly making its way out of the trap. Oder die 5 Sekunden vor der Frage: Zu mir oder zu dir?“ – so beschreibt Sadek Massarweh sein Projekt Monako. Auf jeden Fall passend: In einem behutsamen Tempo treiben zart klirrende Gitarren und wie in Watte gepackte Drums die Songs des Trios voran. Gemeinsam mit Jakob Herrsch (Der Ringer) und Naomie de Lorimier entwirft der gebürtige Kanadier Massarweh eine Klangwelt, die sich jeglichen Genrebegriffen entzieht. Gerade aus diesem Grund dürfen hier neugierig die Ohren gespitzt werden: Wann kann man so etwas schon mal von einer Band behaupten?

Donnerstag, 15:30 – 16:15 Uhr, Waldbühne

The Screenshots

Die kennen wir doch, oder? Die Musik von Kurt Prödel, Susi Bumms und Dax Werner aus Krefeld dürfte vor allen Fans des ZDF Neo Magazin Royale bekannt vorkommen. Im vergangenen Dezember feierte die erste Twitterband Deutschlands nämlich ihre Premiere bei Jan Böhmermann. Nun springen sie beim Immergut Festival als Ersatz für die wunderbaren Fountaines D.C. ein. Kein schlechter Kompromiss: The Screenshots haben uns mit „Ein starkes Team“, „Übergriff“ und „Europa LP“ in kürzester Zeit drei Alben geliefert, die nicht nur mit herrlich kantigen Gitarrenriffs, sondern auch durch intelligente Texte überzeugen. Was es noch spannender macht: Niemand weiß so richtig, wer hinter den drei Pseudonymen steckt. Das gefällt uns!

Freitag, 21:25 – 22:15 Uhr, Zeltbühne

Some Sprouts

Dank Some Sprouts erlebt der Indie-Rock der Nullerjahre auf dem Immergut Festival ein kleines Comeback. Zu eingängigen Gitarrenriffs und tanzbaren Rhythmen im Vintage-Gewand darf das Publikum des Immergut Festivals in der Zeltbühne die Hüften schwingen – denn tanzbar sind die Songs der Band aus Regensburg alle Mal. Aus Regensburg? Ja, richtig gehört! Gute Indie-Bands müssen nicht immer aus Schweden kommen.

Donnerstag, 16:20 – 17:05, Zeltbühne

Die Wände

Die Wände, bestehend aus Carsten von Postel, Jann Petersen und Mathias Wolff, lernten sich in der UdK (Universität der Künste Berlin) kennen und schlossen sich bereits 2013 als Band zusammen. Bis vor einiger Zeit waren sie noch unter ihrem ehemaligen Namen Girlie bekannt und machten englischsprachige Musik. Gleichzeitig mit dem Wechsel des Bandnamens entschied sich das Berliner Trio dann, in die Muttersprache zu switchen. Musikalisch sind Die Wände dem Noise-Pop zuzuordnen und bringen den Gitarrensound der späten 80er und Anfang 90er in die Gegenwart. Thurston Moore lässt grüßen!

Donnerstag, 18:00 – 18:45, Zeltbühne

Texte von: Maria Posselt & Dion Schlesiger