Ebow // © Magdalena Fischer

15 Jahre c/o pop – 15 musikalische Highlights in diesem Jahr. Zum Auftakt unserer kleinen zweiteiligen Reihe huldigen wir erst der Gegenwart und präsentieren ohne großes Tohuwabohu unsere Postie-Highlights der diesjährigen Auflage. Mit dabei sind zahlreiche Szene-Lieblinge und persönliche Krönungen, die vom 29. August bis 2. September in Köln in verschiedenen Locations auf der Bühne stehen.

Ider

Geschmeidige, groovige Beats und harmonischer Zweigesang – mit ihren Indie-Pop-Tracks versprühen IDER nicht nur positive Vibes mit starker Message, sondern auch massenhaftein Energie. Das britische Duo, das sich in einer Wohnung im Norden Londons zusammenfand, erregt schon seit dem ersten Track „Sorry“ für reichlich Aufmerksamkeit. Schlagfertige Texte treffen bei Megan Marwick und Lily Somerville auf einprägsame schmissige Indie-Pop-Hymnen. Dass das auch live zieht, davon kann man sich am Festival-Donnerstag der c/o pop überzeugen!

Donnerstag, 21.35 – 22.20 Uhr – Christuskirche

Honey Dijon

Honey Dijon ist die derzeit süß-schärfste Versuchung auf den internationalen Tanzflächen. Aufgewachsen in der New Yorker Clubszene der 1990er Jahre hat Dijon ihr Handwerk bei House-Legenden wie Derrick Cartern und später Danny Tenaglia gelernt. Ihr Sound ist ein wilder Techno- und House-Mix aus Disco, Funk und Pop. Auf Genreschubladen hat die in Chicago aufgewachsene Künstlerin aber kein Bock und bezeichnet sich selbst gerne als trans! Bei der c/o pop legt Honey Dijon in der Nacht zu Freitag auf und lässt dabei mit ihren Uptempo-Nummern sicher niemand unausgetanzt zu Bett gehen.

Donnerstag, 02.00 – 04.00 Uhr – Gewölbe

Kid Simius

Die c/o pop ist bekannt für ausgelassene Partynächte während des Festivals. Eingeläutet wird die Feierlaune Donnerstags mit der Stimmungskanone Kid Simius. Bei seiner explosiven Mischung aus Dubstep, Electronica und technoidem Club-Sound ist Arsch wackeln erwünscht!

Donnerstag, 23.30 – 00.30 Uhr – Stadtgarten Saal

Zimt

Was so süßlich-würzig klingt ist Indie-Powerpop aus Augsburg. Bei Zimt darf es auch mal leicht schief und rumpelig klingen – im Fachjargon nennt man das auch Punk oder eben Pop-Garage. Der Sound des Trios ist jedoch auch von New Wave-Elementen geprägt. Ungezwungene Texte treffen hier auf gängige Melodien und verbreiten Stimmung. Der Auftritt bei der c/o pop ist das erste Konzert vor der Deutschlandtour der Band.

Donnertag, 19.00 – 19.30 – Studio 672

BLVTH

BLVTH (gesprochen „Blut“) ist schon längst kein ungeschriebenes Blatt mehr in der Szene. Mit seinem Mix aus Trap, Future, Bass und Grundge erstreckt sich das Repertoire des Produzenten, Remixers und Vokalisten über zahlreiche Genre und ist dabei stets noch nicht voll ausgeschöpft. Die synthielastigen und bassdurchtränkten Tracks des Wahl-Berliners gehen unter die Haut und lassen gar Tanzböden erzittern. BLVTH ist frecher und fresher als zahlreiche seiner Produzenten-Kollegen. Seine Songs sind aufgedrehte emotional geladene Hits mit eindringlichen Melodien und wummernden Bässe. Bühne frei für den futuristischen Pop der jegliche Genre sprengt.

Donnerstag, 20.40 – 21.15 – Christuskirche

Blond

Freche Texte, treibende Beats und ganz viel Entertainment. Das Trio aus Chemnitz überzeugt mit seinem energetischen Indie-Pop. Irgendwo zwischen großer Authentizität und überspitzter Inszenierung treffen Blond den Nagel auf den Kopf. Während die beiden Kummer-Schwestern Nina und Lotta für ausreichend Glamour und Esprit auf der Bühne sorgen entzückt Keyboarder und Bassist Johann Bonitz nicht selbst durch schrille Outfits, sondern kleidet er das überschäumende Entertainment in einen elegant-geschmackvollen Indie-Rahmen. Egal ob auf deutsch oder auf englisch – die Songs von Blond zünden und die eindrücklichen Kompositionen überzeugen auf voller Linie. Ein Debütalbum ist noch nicht in Sicht, doch befinden sich Blond derzeit zurecht auf so ziemlich jeder Festivalbühne des Landes.

Freitag, 21.10 – 21.50 Uhr – Studio 672

Fenster

Psychadelisch, pulsierend und verträumt – mit ihrem atmosphärischen Indie-Pop überzeugt das Berliner Quartett Fenster schon seit Jahren die Kritiker. So minimalistisch und akzentuiert wie der Sound der Band sind auch die Live-Auftritte von Fenster, den gerade dort auf der Bühne entfaltet sich der atmosphärische Klang der Band erst in Gänze.

Freitag, 20.15 – 21.00 Uhr – Christuskirche

L’impératrice

Im einem Interview wurde das Kollektiv mal gefragt zu welchem Song sie am allerliebsten auf der Stelle tanzen würden und es gab keine zwei Meinungen: „Chic – Everybody Dance“. Damit hätte man die DNA der französischen Band schön in einem Songtitel zusammengefasst. L’impératrice holen die Disco zurück in die Gegenwart und verfeinern sie mit viel Indie-Attitüde und Charme.

Donnerstag, 21.20 – 22.05 Uhr – Gewölbe

Coucou Chloe

Die Musik von Coucou Chloe fühlt sich ein wenig so an, als würde man das erste Mal in die Tiefen des Darknets eintauchen. Die Mischung aus Techno, Hip-Hop, Trap und einer gewissen Hardcore-Romantik packt einen fasziniert beim Schopf und befiehlt einem mit dem Tanzen anzufangen. Die Französin ist mit ihrer Musik mittlerweile nach London gezogen und von dort aus hat sie auch im letzten Jahr ihre EP „Erika Jane“, die auf ihrem eigenen Label NUXXE erschienen ist, veröffentlicht.

Freitag, 01.30 – 02.10 Uhr – Studio 672

Ebow

Ebow aus München zeigt, dass entspannte Attitude und Consciousness nicht unbedingt im Widerspruch stehen müssen. Die Münchnerin hat sich mit ihrem Album „Komplexität“ im letzten Jahr Platz geschafft in einem Milieu, das zwar längst nicht mehr so in alten Rollenbildern denkt, aber auch noch weit davon entfernt ist, vor Diversität nur so zu strotzen.

Sonntag, 20.00 – 20.40 Uhr – Stadtgarten Saal

Perel

Der Sound von Perel alias Annegret Fiedler reibt sich gerne an den Konventionen, die die Szene so mitbringt. „Der Weg – das Ziel – sie finden sich nicht. Auf einem Hof – ein Herz zerbricht“. Bedrohliche Lyrics, verpackt in waviger 80s Atmosphäre. All dies wirkt abstrus, kalt aber zugleich eben auch zugänglich und anziehend. Die DJane, die übrigens ausgebildete Sängerin ist und ihre Texte selber singt, ist die erste Deutsche, die bei DFA unter Vertrag steht. Das Label wurde 2001 von einem gewissen James Murphy von LCD Soundsystem gegründet. Auf eine kühl-heiße Nacht im Gewölbe in Köln!

Mittwoch, 01.30 – 03.00 Uhr – Gewölbe

Left Hand Island

„Left Hand Island streicheln mit ihrer Debüt EP sanft Ohren und Hüften.“ Mit diesen Worten leiten die Musiker ihr gemeinsames Projekt ein. Doch wer versteckt sich überhaupt hinter Left Hand Island? Und warum klingt der Sound so gereift und doch experimentierfreudig und funky? Ganz einfach, weil George Raquet (COMA) und und Wolfgang Paris (Golf) dahinterstecken. Die beiden Musiker haben sich für das Nebenprojekt zusammengetan und nach langen Verzögerungen war die komplette EP dann innerhalb von drei Wochen dingfest. Wir scheissen auf „gut Ding will Weile haben“.

Samstag, 20.00 – 20.30 Uhr – Gewölbe

Bon Voyage Organisation

Von Paris direkt unter die Discokugel – Bon Voyage Organisation bringen mit ihren verführerischen Percussions und dem treibenden Beat selbst Tanzmuffel auf die Fläche. Zu dem Stimmengewirr und den langsam aufbrausenden Soul-Melodien reiht sich eine groviger und schmissiger Elektro-Beat. Wer jetzt eine ganze Organisation, wie es der Name Bon Voyage Organisation vermuten lässt, hinter dem musikalischen Spektakel erwartet, irrt sich: Die Organisation ist im Grunde ine One-Man-Show angetrieben von Komponist und Bassist Adrien Duran. Angefangen hat der Franzose seine Karriere als Produzent von Les Aéroplanes, bevor er selbst mit seinem Projekt durchstartete. Frisch, zeitlos und stets experimentell verführen die wummernden Bässe und passen perfekt zu einer lauen Sommernacht in Open-Air-Atmosphäre.

Freitag, 20.00 – 20.45 Uhr – Hans-Böckler-Platz

L.A. Salami

Angelehnt an die Musik der 60er und 70er Jahre ist auch der Sound von L.A. Salami von dieser Zeit beeinflusst. Irgendwo zwischen Post-Blues, Folk und Akustik-Rock lässt sich die Musik des Singer-Songwriters anordnen. Mir seinen orignellen Texten punktet der Musiker nicht nur in Sachen politischer Aktualität sondern auch mit Witz und Satire. Dabei ist seine Musik vor allem aber eines – eine Ohrwurmgarantie und daneben durchaus tanzbar.

Samstag, 20.50 – 21.50 Uhr – Stadtgarten Pavillon

Westerman

Hauchzart und sehr verträumt kommen die Songs von Westerman daher. Mit seinen gefühlvollen Indie-Balladen und der Nummer „Confirmation“ erschien der Singer-Songwriter Anfang diesen Jahres quasi aus dem Nichts in der Musikszene. Dabei macht der Londoner schon seit 2016 Musik. Kaum vorstellbar jedoch, dass Westerman damals mit Folk angefangen hat. Mit seinem Dream-Pop-Indie trifft er jedoch den Nerv der Zeit und auch unsere Synapsen – mehr davon!

Donnerstag, 19.45 – 20.20 Uhr – Christuskirche

Texte von: Melina Rehhorn und Yannick Philippe