International Music // Presse

So richtig verraten wollten die Veranstalter des Maifeld Derby Festivals noch nicht, ob zukünftig wieder zu ordentlich kuratierter Musik gefeiert werden darf. Aktuell stehen die Chancen wohl bei 50/50. Umso wichtiger also, dass man das Jahr vor der Pause in vollen Zügen genießt. Daher stellen wir euch 2×10 musikalische Tipps für das Maifeld Derby 2019 vor.

International Music

Deutsche Musik hat es in Zeiten von Matthias Schweighöfer, Andreas Bourani und Tim Bendzko nicht immer ganz leicht. Zum Glück gibt es da noch Projekte wie das von International Music. Das Dreiergespann aus Essen lässt uns aufatmen: der Gesang herrlich abwesend und emotionslos, die Gitarren mal melancholisch vor sich herplätschernd, mal krachend. Und was ist Pedro Goncalves Crescenti, Peter Rubel und Joel Roters Geheimrezept? Ganz einfach: Cool bleiben!

Sonntag,18:30 – 19:20 Uhr, Hüttenzelt

P.A. Hülsenbeck

Den Aufkleber namens Sizarr tragen die Musiker der ehemaligen Indie-Band sicherlich noch länger mit sich rum. Einfach weil die Szene sich noch nicht ausreichend die Mühe gemacht hat, sich mit der aktuellen Musik der Künstler zu beschäftigen. Dann würde man nämlich schnell merken, dass allesamt ihren jugendlichen Leichtsinn abgeworfen haben und sich nun komplett anderen Genres widmen. In dem Fall von P.A. Hülsenbeck artet dies in jazziger Pop-Noir-Furore aus.

Freitag, 18:10 – 19:00 Uhr – Parcours d’Amour

Andrea Poggio

Der Ragazzo Andrea Poggio aus Mailand ist ein heißer Anwärter der Geheimtipp des Maifeld Derbys 2019 zu werden. Bei seinem Electropop und der Dolce Vita, die bei der italienischen Sprache von Natur aus mitschwingt, braucht es nur noch ein paar Sonnenstrahlen und der nächste Urlaub kann gestrichen werden. Denn warum sollte man sich Urlaub nehmen, wenn die Riviera musikalisch nach Mannheim kommt?

Freitag, 17:20 – 18:00 Uhr – Fackelbühne

Amyl and The Sniffers

Festival-Sonntage neigen in der Regel dazu die ruhigsten zu sein. Idealerweise hat man zwei durchzechte Nächte hinter sich und die Mittagssonne prallt auf den eh viel zu warm gewordenen Schädel. Damit man nicht in eine Art Schockstarre verfällt, hat das Maifeld Derby mit Amyl and The Sniffers eine der lautesten Live-Bands des Jahres nach Mannheim geholt. Die Australier sind wild, dreckig und reißen wahrscheinlich in dem einstündigen Set das Hüttenzelt gleich mit ab.

Sonntag, 21:00 – 22:00 Uhr – Hüttenzelt

ANGER

Liebe ohne Metal – bei dem Bandnamen von Nora Pider und Julian Angerer liegt der Verdacht nahe, dass man es mit einer Metal-Band zu tun. Tatsächlich aber liefert das Duo aus Österreich innovativen Indie mit 2019er Anstrich ab. Ihre Doppelsingle „Baby / Sie Schreit“ ist skurril wie charmant und lässt gewisse Züge von Bilderbuch nicht von der Hand weisen.

Samstag, 15:20 – 16:00 Uhr – Fackelbühne

Jordan Rakei

Zugegeben mit Nick Murphy fka Chet Faker ist spätestens seit seinem letzten doch sehr seichtem Album leider weniger zu rechnen. Gut, dass wenigsten der Wahl-Londoner Jordan Rakei weiterhin Modern Soul macht auf den man sich verlassen kann. Während sein Kollege weiter auf großer Findungsreise ist, entdeckt Rakei lieber immer neue Klangwelten und traut sich mit beiden Füßen in diese unentdeckten musikalischen Pfützen zu springen. Den Joke von wegen „erfrischend“ sparen wir uns an dieser Stelle.

Freitag, 19:20 – 20:10 Uhr – Palastzelt

Yin Yin

Techno-Heads mit Scheuklappen behaupten gerne, dass elektronische Musik Stimmungen schafft, die mit Gitarrenmusik nicht möglich seien. Yin Yin aus den Niederlanden widerlegen dies kurzerhand in dem sie bei dem diesjährigen Lente Kabinet-Festival in ihrer Heimat aufgetreten sind – einem Disco & Electro-Festival.

Freitag, 19:15 – 20:05 Uhr – Hüttenzelt

Gurr

Es ist schon fast eine Schande, dass es Gurr noch nicht auf das Maifeld Derby geschafft haben. Gefühlt, hätten sie genau so gut die letzten zwei Jahre auf dem Festival in Mannheim auftreten können. Gut, dass sie dies nun mit ihrer unbekümmerten Art nachholen.

Freitag, 20:10 – 20:55 Uhr – Fackelbühne

Tomberlin

Nimm das Trump! In Zeiten in denen in den USA politisch und moralisch die Welt unterzugehen scheint, setzt sich Tomberlin für queer-feministische Diskurse ein. Damit wirkt ihre zurückhaltende Musik wie eine Insel im aufgeladenen Klima ihrer Heimat.

Samstag, 20:50 – 21:40 Uhr – Parcours d’Amour

The Mauskovic Dance Band

Der Titel der niederländischen Band könnte eine süße Anlehnung den Feivel den Mauswanderer sein, der als kleiner Mäuserich mit seiner Familie in die USA ausgewandert ist. Begleitet wird er in dem Fall von tropischen Klängen, die von den vier Musikern aus Amsterdam stammen. The Mauskovic Dance Band ist so etwas wie die afro-infusierte Version von Parcels, die kein Bein stillhalten lassen.

Sonntag, 12:30 – 13:30 – Fackelbühne