Die Fußstapfen der kürzlich verstorbenen France Gall mögen zu groß und auch grundsätzlich das falsche Modell für Fishbach sein und doch greift die junge Französin gerne in die Pathos-Kiste der 80s rein. Im Februar und März gibt es diesen Sound dann auch auf den Bühnen Deutschlands zu erleben.

Die französische Pop-Landschaft ist für Wagnisse ein hartes Pflaster. So bestechen die großen Radio-Stationen lieber damit, dass sie internationale Hits auf Französisch covern lassen, als Newcomer à la Fishbach zu unterstützen. Umso mehr überrascht es, dass das Debüt-Album der Chanteuse aus dem Küstenort Dieppe derart umarmend angenommen wurde.

Bei genauerer Betrachtung von  „À Ta Merci“ (auf deine Gnade) findet man jedoch mehrere Puzzle-Stücke der französischen Pop-Vergangenheit wieder. Der chic-androgyne Look der Sängerin steht in Harmonie mit der rauchigen Kontra-Alt-Stimme, der Sängerin und gibt die Klischees der geheimnisvollen, französischen Frau wieder. Dazu greift die Sängerin tief in das Pathos-Zigarettenetui und kramt großen Electro-Pop mit verruchten Disco-Beats aus.

Auch live besticht das Projekt Fishbach durch eine große Präsenz, die aber immer den rätselhaften Charme behält. Der Gründer der französischen Musik-Institution JD Beauvallet  beschreibt das Phänomen Fishbach mit folgenden Worten: “rauh, leidenschaftlich, geschwärzt mit Laster und bösem Blut … Elektropop, den the xx an 480 Volt angeschlossen haben.” Im Februar und im März gibt es dieses Gesamtpaket dann auch an ein paar Terminen in Deutschland hören und sehen.

Tourdaten:

26.02. Blue Shell, Köln

27.02. Frannz, Berlin

28.02. Nochtwache, Hamburg

03.03. Zoom, Frankfurt

04.03. Tollhaus, Karlsruhe

05.04. Milla, München