Die bis jetzt 50 besten Songs des Jahres

Sind wir doch mal ehrlich – die Songs, die in der ersten Jahreshälfte erscheinen tun sich bei Bestenlisten oftmals schwerer. Dies liegt gar nicht mal an der Qualität der Songs, sondern vielmehr an dem Kurzzeitgedächtnis der Blogger und Musikredakteure. Der Fairness halber und weil wir finden, dass diese 50 Tracks Credits verdient haben, haben wir jetzt schon im August unsere erste Bestenliste.

 

Kasabian – Are You Looking For Action?

Mit den einstigen Szenelieblingen aus Leicester ist es derzeit, wie mit so einigen vergangenen Größen der Nuller Jahre: Es ist einfach, da von der Kritik einstimmig betrieben, sie ganz schön schlecht und abgenutzt langweilig zu finden. So waren auch die Meinungen zum letzten Album „You’re In Love With A Psycho“ gelinde gesagt, unzufrieden. Während der ebenfalls mit Video veröffentlichte Titeltrack der Kritik Wasser auf ihre hämisch mahlenden Mühlen gewesen sein muss, halten wir „Are You Looking for Action“ allerdings mindestens für ein Lebenszeichen der Briten. Vielleicht wird’s ja was mit dem nächsten Album.

The Drums -Blood Under My Belt

Hört sich immer noch genauso gut an wie auf Portamento oder im allseits bekannten „Let’s Go Surfing“. Aber eben auch fast genau gleich.

 

Bryson Tiller – Get Mine (ft. Yung Thug)

Uns ist Bryson Tiller ja viel lieber, wenn er, wie hier, mit schnörkellosen Basslines arbeitet und den schmusigen Romantiker im Schrank hängen lässt. Dass Thugger Thugger ebenfalls ein paar Verse zum Besten gibt, schadet fast nie und so macht „Get Mine“ auch drei Monate nach Erscheinen noch richtig Laune.

Rhumba Club – Reunion

Was Tom Falle hier mit seinem neuesten Projekt vorhat, ist noch nicht in Gänze klar, lässt sich aber sehr gut an und wurde hier von uns ein wenig näher betrachtet. Dass das Video immer noch nicht mal tausend Views erreicht hat, ist ungerechtfertigt und schade zugleich, ist die Box-Tanz-Kombination doch viel zu gut, um so verschmäht zu werden.

Code Walk – Guess What (feat. Smerz)

Drummachine Sound aus Kopenhagen, kombiniert mit dem Gesangsduo Smerz, man hat sich anscheinend auf einer kleinen Insel an der Küste Norwegens getroffen, soweit der Pressetext. Was dabei entstanden ist, lässt sich seit Mitte des Jahres auch visuell im Video betrachten. Minimalistische Ästhetik, kombiniert mit reduzierten, direkten elektronischen Klängen.

Beach Fossils – Down the Line

Sollte eigentlich viel höher platziert sein, könnte man meinen. Muss man auch, da Sound doch sehr lovely. Das dazugehörige Album „Sommersault“ ist im Juni erschienen und eignet sich perfekt für die Fahrt nach Italien. Oder durch Frankreich. Oder überallhin, wo’s schön ist.

Yungblud – King Charles

Dominic Harrison kleidet sich wie ein früher Matt Healy und würde wahrscheinlich gerne letzterem ein Stück weit im süßen Windschatten des Hypes hinterher schwimmen. Die Cheesyness hat er, mal sehen ob’s mit den Hits klappt.

John Milk – When I Get Down

Der Funkt blitzt und glitzert, der Soul schleicht sich leise wispernd in’s Unsichtbare. Auf dieser Basis funktioniert John Milks im März erschienenes Album „Paris Show Some Love“, das neben der hier gezeigten ersten Single eine Reihe an Songs aufweist, die nichts geringeres fordern, als Milks Wahlheimat Paris zum tanzen zu bringen.

J. Bernardt – Wicked Streets

Wie oft wohl Jinte Deprez auf Balthazar oder seine neu getroffene Wahl der Gesichtsbehaarung in den Interviews zu seinem Soloprojekt angesprochen wurde, wissen wir nicht. Die Redaktion ist auf jeden Fall gespaltener Meinung, ob hier schlicht ein audiovisueller Chet Faker (aka Nick Murphy) Klon, der dazu zu keiner Zeit an die Qualität seines Originals heranreicht, zu sehen ist oder ob Deprez mit seinem Album „Running Days“ all das Positive verwirklicht, was in der Gemeinschaft seiner Band und der gebundenen Kreativität von Vielen nicht möglich zu sein scheint.

RIN – Doverstreet

Ja, „Blackout“ hat’s krachen lassen, ja, „Blackout“ läuft sogar auf dem Splash, ohne dass das Bietigheimer Original Rin überhaupt zum Mic greift (was ohnehin während seiner Auftritte nicht unter seinen Vorlieben zu liegen scheint, aber hey, Raucherlunge muss ja irgendwo Tribut zollen). Trotzdem ist „Doverstreet“ schlicht der bessere Song. Nicht erzwungen auf Hit produziert und dennoch einer geworden, war es „Doverstreet“, das Rin in Sachen Lässigkeit und musikalischer Reduktion auf’s nächste Level hob. Wer einfach „für so Scheiß keine Zeit“ hat, macht’s im deutschen Rap 2017 anscheinend ganz schön easy richtig.

HAIM – Want You Back

Die zweite Single des Sophomore Albums der Haim Schwestern, zeigt mit Abstand die schönsten Lyrics auf „Something To Tell You“. Danielle Haim erzählt vom Eingeständnis der eigenen Fehler, der zu späten Erkenntnis eigentlicher Wahrheiten und der unbedingten Sehnsucht nach der- oder demjenigen, die oder den man von sich geschickt hatte. Haim sind auf ihrem neuen Album, das hier genauer besprochen wird, niemals berührender als im wunderbaren „Want You Back“.