In dreizehn Tagen erfährt Maxi Phoenix, ob sie denn nun einen ihrer zwei möglichen (und anscheinend inniglich ersehnten) Amadeus-Awards in Wien abholen darf. Bis dahin wird das Publikum auch durch der neuen Single mit softem RnB versorgt.

Dass die beste Popmusik rund um die Alpen aus Österreich kommt, ist mittlerweile auch bis in Städte wie Ravensburg oder Fulda durchgedrungen. Die Wiener Boybands Wanda und Bilderbuch verkaufen auch dort ihre Tickets restlos aus. Dafür dass in diesem Kosmos mitunter weniger versteckt auch RnB mit Streetwearcharme und enormem Chartanspruch gemacht wird, zeigt sich seit zwei Jahren Marlene Nader aka Mavi Phoenix verantwortlich. Nach dem Rhythmus von “Aventura” und der Coolness von “Janet Jackson”, ist “Yellow”, so der Name der neuen Single, die Fortsetzung des Stils, der auch ohne veröffentlichtes Album schon authentisch individuell ist: Langsame Beats, glitzernd vibrierende Synthies und keine Angst vor sich selbst. Abgeklärt, lässig fordert Mavi Phoenix dazu auf doch “ihr Amigo” zu werden, ein unangestrengter Gegenpart zum gepitchten Refrain des Songs.

Ihre Tagträume seien gefüllt mit der Musik von Größen wie Snoop Dogg, Nerd, Daft Punk oder David Bowie, so Nader in einem im März erschienen Gespräch mit dem ZEIT Magazin. Gerade die Experementierfreudigkeit und die originelle Produktionsästhtetik, des von rip Swirl produzierten Songs, erinnern in diesem Zusammenhang an Individualisten wie Pharrell Williams, ohne dabei generelle Vergleiche bemühen zu wollen. Die Selbstverständlichkeit mit der Nader ihren eigenen Stil und ihre Kunstfigur Mavi Phoenix weiterentwickelt, macht auch ihre erste Single im Jahr 2018 zu einem kleinen Highlight der Woche. Dass das in den kommenden Monaten wie im letzten Jahr mit “Aventura” auch international erneut erfolgreich werden könnte, ist durchaus vorstellbar. Die 22-jährige braucht keinen Kneipenalkoholiker-Charme und keine Exzessästhetik, sie ist trotzdem die Coolste im glücklicherweise derzeit bunt gefüllten Raum der mitteleuropäischen Popmusik.