ACT // © Elite Models UK

Ein Foto von Saffiyah Khan geht im Internet viral und macht sie über Nacht berühmt. Es dauert nicht lange bis eine Modelagentur auf sie aufmerksam wird. Jetzt nutzt sie diese Plattform für ihren politischen Aktivismus und begeistert damit nicht nur die Modebranche.

Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte. Bei einer Demonstration der rechtsextremen English Defence League in Birmingham stellt sich Saffiyah Khan vor einen der Anführer und verteidigt damit eine andere Frau. Lächelnd schafft sie es so über den Hass zu siegen. Diese Momentaufnahme sorgt weltweit für Schlagzeilen und verbreitet sich rasant im Internet. Somit wurde das Foto schnell zu einem Symbol gegen Rechts und für menschlichere Werte in unserer Gesellschaft.

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Mit ihrem Aktivismus mischt sie jetzt die Modebranche auf.

Es dauert nicht lange bis auch die Modebranche ein Auge auf die junge Britin aus Birmingham geworfen hat. Es folgen ein Modelvertrag bei Elite Models UK, Auftritte bei der London Fashion Week und etliche Fotostrecken. Das Aufsehen und die Popularität, die ihr durch die Modeindustrie zugetragen wird, nutzt Saffiyah Khan, um ihre Werte nach außen zu tragen und sich für mehr Menschlichkeit einzusetzen. Damit zeigt sie, dass Mode auch politisch sein kann.

Das Modelabel Fred Perry, das sich seit Jahrzehnten großer Beliebtheit in der britischen Subkultur erfreut, scheint ganz besonderes Interesse an der Aktivistin gefunden zu haben. Neben ihrem individuellem Look, passt sie auch als starke, unabhängige Frau, die für ihre Meinung einsteht perfekt zur Botschaft der Marke. Sie steht nicht nur für aktuelle Kollektionen vor der Kamera, sondern beantwortet auch für die Musikinitiative „Subculture“ von Fred Perry einige Fragen und erzählt, wie sehr sie in ihrem Leben von Musik geprägt wurde.

Die Entwicklung ihres Ruhms betrachtet sie in einem Interview mit VICE allerdings ganz nüchtern. „Viral zu sein ist wertlos, wenn daraus nichts Hilfreiches entsteht.“, erklärt sie und verdeutlicht damit nochmal ihre Absichten, sich mit Hilfe der Aufmerksamkeit im Internet gegen Rassismus und Islamophobie in Großbritannien einsetzen zu wollen.

Was auf den ersten Blick nicht auffällt, während der Aufnahme in Birmingham trägt sie ein T-Shirt der Ska-Band „The Specials“, die daraufhin mit dem Model in Kontakt treten. In Zusammenarbeit entsteht der Track „Ten Commandments“, der auf dem Album „Encore“ erscheint und ebenfalls Kritik an der politischen und gesellschaftlichen Haltung äußert.

Das Video zu „Ten Commandments“ seht ihr hier: