Ästhetik der Hooligans – Die Fußballmarke Umbro ist der nächste heißeste Shit

Mit Umbro lebt die Lad-Culture der 90er wieder auf.

Nach Reebok, Fila und Kappa war es nur eine Frage der Zeit bis mit Umbro die nächste Lad-Marke ins Rampenlicht gerät.

Über den Auffschwung der Marken aus den 90ern wurde und wird in letzter Zeit reichlich berichtet. Der Hooligan-Dresscode hat längst die Laufstege und Instagram-Accounts erobert und mit Champion, Reebok, Fila und Kappa werden bei dem ein oder anderen Käufer Kindheitserinnerungen wach. Was damals noch als kostengünstige Sportswear galt, dominiert heute die mondänen Metropolen unserer Zeit. Zwischen den ganzen Fischerhüten, Regenjacken, funktionalen Sneakers und Print Sweatern wird deutlich, dass die Fußball-Fankultur immer mehr Einfluss auf das Modebewusstsein hat. Und so überrascht es nicht, dass mit Umbro nun die nächste Marke ihr Revival im Mainstream feiern wird.

Doch wer ist diese Marke, die bis vor ein paar Jahren fast gänzlich verschwunden ist? Gegründet wurde der Konzern 1920 von den Humphreys-Brüdern in der Großregion von Manchester. Die Marke in den 90ern also nicht nur aus Style-Gründen von den britischen Hools getragen, sondern auch aufgrund des vorherrschenden Lokalpatriotismus. Anfang der 2000er verschwand die Marke in Kontinentaleuropa immer weiter aufgrund des immer mehr ausufernden Marketings von Großkonzernen wie Nike und Adidas. Als letztes Flaggschiff brüstete sich Umbro lange damit, dass die die Three Lions (englische Fußball-Nationalmannschaft) ausstatten durften. 2007 gerieten mit der Übernahme von Nike die Strukturen in Wallung. Der Konzern genoss in seinem Kerngeschäft, dem Fußball, einen großen Auffschwung und es gelang mit schlichten und traditionellen Schnitten und Stoffen an alte Zeiten der Marke aber auch des Fußballs anzuknüpfen. Sie galten äußerlich als Gegenpol der Kommerzialisierung.

2012 musste Umbro mit der Abgabe von Nike kurz um die Existenz bangen, da der US Konzern den britischen Fußballmarkt geschickt abgegrast hatte und von der Traditionsmarke profitierte. Mittlerweile hat sich der Konzern der Iconix Brand Group angeschlossen und wird nun von dem aktuellen Hype profitieren.

Besucht man die Social Media Plattformen ist auf den ersten Blick noch nicht viel davon mitzubekommen. Präsentiert werden neueste Footballwear-Artikel in Form von Trikots und Boots. Doch was Insider bereits seit längerer Zeit vermutet haben, scheint nun real zu werden. Denn spätestens mit der exklusiven Kollektion von Umbro für Urban Outfitters sollte klar geworden sein, dass die britische Marke sehr gerne von der neu geschätzten Ästhetik der Hooligans profitieren möchte.

Die exklusive Kollektion von Umbro für Urban Outfitters zeigt deutlich wohin der Trend der Marke in Sachen Sportswear zu gehen scheint. Einfache Schnitte in toller 90s Optik aus Baumwolle und Polyester. Wer in den 90ern gekickt hat oder sich David Beckham im Manchester United Dress an die Wand gehangen hat, denkt gerne an die Zeit zurück. Bei der Kollektion für Urban Outfitters liegt der Fokus besonders auf den Jerseys für Frauen, was bei der langen Fußballgeschichte und dem Wissen der Frauenrolle in diesem Sport, doch leicht überraschend ist.

Signifikant und auch schon bekannt von Marken wie Champion oder Fila sind der große Einsatz des Logos. Und hier handelt es sich bei Umbro um zwei in horizontal verlaufenden Rauten bei der die kleinere in die große eingefasst ist. Dieses Logo ist seit den 70ern wichtiger Bestandteil der Looks der Marke, der nur von zwischen 1994 und 1999 von einem simplen Umbro-Schriftzug unterbrochen wurde.

Es bleibt abzuwarten, ob die Fußballmarke sich noch weiter in Richtung Streetwear entwickelt und diesen logischen Schritt gehen möchte. Mit der Kooperation mit Urban Outfitters scheint ein erster Schritt getan zu sein. Dazu kommt, dass kürzlich herausgekommen ist, dass Umbro mit der Exzentrik-Marke Vetements enger zusammenarbeiten möchte. Passiert dies nicht, bleibt den passionierten Fußballfans Umbro weiterhin als Ausstatter erhalten und den Fashionistas unter euch wird wohl nur der Gang in Papas Garderobe oder das Stöbern auf Second Hand-Märkten retten können.