Atmosphärischer Roadtrip – die besten Stills aus dem Albumvideo von Toro y Moi

Still aus Toro y Moi - "Boo Boo" (album stream)

Toro y Moi hat in Zusammenarbeit mit den Videografen und Fotokünstlern Tyler McPherron und Mancy Gant an einem träumerischen Album-Video gearbeitet. Wir haben für euch die schönsten Stills aus dem Roadtrip herausgesucht.

Toro y Mois Chaz Bear hat mit seinem fünften Album nicht nur seinen musikalischen Höhepunkt erlebt, sondern mit dem dazugehörigen Video auch den Rausch der Musik in etwas weniger als 50 Minuten filmisch zusammengefasst. Die Naturaufnahmen aus dem Van wurden von Tyler McPherron, einem Filmemacher aus San Francisco realisiert. Dieser hat in der Vergangenheit bereits an mehreren Naturdokus gearbeitet und ist auch in der Musikwelt kein Unbekannter. FKA Twigs ist hier als eine seiner prominentesten Kollabos zu nennen. Die Retrospektiven, die immer wieder eingeblendet werden und Chaz Bear beim Kunstschaffen zeigen, wurden von dem Fotografen Mancy Gant aufgenommen. Dessen Kunst beschäftigt sich vor allem mit persönlichen, intimen Portraits, die das Leben und den Lebensraum der dargestellten Personen mit einzugreifen versucht. Beide Künstler finden sich in dem Spiel mit dem Licht und schaffen dadurch eine durchweg positive Stimmung beim Betrachter.

Die erste Aufnahme aus dem Album-Video ist an der Avenue of the Palms mit Blick auf die Skyline von San Francisco. Der gänzlich in weiß gekleidete Chaz Bear unterstreicht hier den sommerlichen Charakter, der bereits von Palmen und azurblauem Wasser geprägt wird. Laut einem Youtube User befinden sie sich auf Treasure Island und reisen von da aus weiter auf die Bay Bridge.

Still aus Toro y Moi – „Boo Boo“ (album stream)

Aus dem Van heraus wird mit der Wildlederjacke, der freiheitliche Roadtrip-Charakter unterstrichen. Es ist ein letzter Blick auf die Skyline, das hektische Leben, bevor es in intimere Spähren geht. Durch die Glasfront und das Wasser werden dem Betrachter gleich zwei Grenzen zu der aufreibenden Zivilisation gezeigt. Mit dem Minivan geht es dann über die Yerba Buena Island auf die Bay Bridge Richtung Downtown Oakland.

Auf der Reise nach Downtown Oakland wird das Innenleben des vintage anmutenden Vans gezeigt. Die Kulisse etliche Statussymbole eines kalifornischen Hipsters. Angefangen mit Pflanzen, über Vintage Deko aus den 60er Jahren. Natürlich darf hier Schnaps und Musik für das boheme Leben nicht fehlen. Trotz dieser Stereotypen wird der Innenraum warum und einladend.

Nachdem sie Oakland hinter sich gelassen haben, fahren sie durch eine typische, amerikanische, Mittelklasse-Siedlung vorbei. Die Holzfronten zeigen in der fallenden Sonne ihren ganzen Charme und ebnen den Weg nach Berkeley.

An dieser Stelle wird er Charme des Videos vollends ausgereizt. Ein Roadtrip mag bereits der Traum eines jeden Millennials sein; mit cutem Doggo wird diese Reise aber gleich nochmal um das Hundertfache attraktiver.

Über die Canyon Road geht es am Stadium Rim Way vorbei. Die Kamera schweift immer wieder zu der Fensterfront, die mit dem Aufkleber „Reality’s tight if the music is right“ dekoriert ist. Wahre Worte.

Das vermehrte Auftauchen von Natur demonstriert die Nähe zum Grizzly Peak. Nordamerikanische Wälder und tief liegende Täler werden in romantisierenden Panorama-Schnappschüssen bescheiden in Szene gesetzt.

Auf dem Hügel angekommen werden dem Betrachter die Schattenseiten der malerischen Orte in unserer heutigen Gesellschaft gezeigt. Selbst diese wurden von der Menschheit zu einer Touristenattraktion und einer Massenhandlung abgefertigt. Idylle muss man sich im Jahr 2017 teilen.

Auch hier wird gezeigt, dass selbst der schönste Sonnenuntergang durch das fortgeschrittene Eingreifen in die Natur gemindert wird. Dennoch bekommt der Betrachter hier ein Gefühl von Freiheit vermittelt, welches nur noch durch die letzte Aufnahme gestärkt wird.

Gegen Ende sieht man Chaz Bear in Rückenansicht auf das neblige Tal blickend. Hier werden Freiheitsgedanken der Romantiker à la Caspar David Friedrich teils bewusst, teils unbewusst aufgegriffen. Die Connection zwischen dem Popstar-Künstler und Toro y Moi spielt aber eh nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr findet man hier in der Schönheit seine Ruhe und genießt.

© Sämtliche Stills wurden dem Album-Video „Boo Boo“ von Toro y Moi entnommen.