Ilgen-Nur // © Sebastian Weindel

Fast 15.000 Besucher haben den Weg nach Mannheim zum Maifeld Derby gefunden, um Musik zu leben. 

Es ist eine unausgesprochene Tatsache, dass Musikfestivals in der Größenordnung wie das Maifeld Derby in den kommenden Jahren immer rarer werden. Dies hängt vor allem mit dem Verhalten von uns Musikkonsumenten zusammen, die schon lange keine Platten, geschweige denn CDs kaufen wollen und lieber auf Streaming-Angebote zurückgreifen. Dadurch wird der Konzertmarkt inflationär in die Höhe getrieben, das die Künstler am Ende des Tages dann doch nicht nur von unserer Liebe zur Musik leben können. Es hat sich also in den letzten Jahren eine Jagd auf die Gagen der Festivals gemacht, die vor allen kleineren und mittleren Festivals in Bedrängnis bringen. Da ist es umso überraschender, dass es das Maifeld Derby für seine 8. Edition dennoch geschafft hat an drei Tagen ein gleichbleibendes Niveau an Headlinern abzuliefern. 

Neben den großen Namen wie The Wombats, The Kills, Ibeyi oder Black Rebel Motorcycle Club sind es aber vor allem Acts wie Tamino, Gus Dapperton, Fibel oder Chocolat, die das sympathische Festival in Mannheim zu dem machen, was es ist. Und so wünschen wir den Veranstaltern nur, dass sie auch weiterhin mit derart viel Herzblut an die Herkulesaufgabe Musikfestival herangehen werden und überlassen besser dem Booker Timo Kumpf das Wort.

Hier könnt ihr den ausführlichen Bericht zum Freitag lesen. 

Hier könnt ihr den ausführlichen Bericht zum Samstag lesen. 

„Was soll man da schreiben, wenn man nach drei grandiosen Festivaltagen zum ersten Mal einen ruhigen Moment im Büro hat? Draußen spielt gerade der Black Rebel Motorcycle Club ein furioses Set und gleich werden die bestens aufgelegten Eels wohl noch einen draufsetzen. Zu dem Zeitpunkt hat der ambitionierte Zuschauer dann schon in fast 70 Konzerte unterschiedlichster Art reingehört. Pop, Jazz, Elektro oder gar Black Metal, Authentizität kennt keine Genregrenzen! Die 8. Auflage des Maifeld Derbys konnte auf ganzer Linie überzeugen und neben etablierten Acts wie Nils Frahm, Editors, The Wombats oder Neurosis waren mit Tamino, Tank And The Bangas oder George Fitzgerald auch viele Stars von morgen dabei. Samstag und Sonntag konnten wir mit fast 5000 Besuchern nahezu ausverkaufen und am Freitag fanden über 4500 Besucher den Weg auf das Mannheimer Maimarktgelände – viele davon weit angereist, zum Teil auch aus dem benachbarten Ausland. Zudem konnten daheimgebliebende Musikliebhaber die Konzerte der beiden Hauptbühnen bei ARTE Concert live im Internet streamen und sich so ein Stückchen Maifeld Derby nach Hause holen.  

Ich bin superhappy mit der diesjährigen Ausgabe. Wir haben die Besucherzahlen zwar erstmals nicht gesteigert, aber wenn man bedenkt, dass durch ein massives Überangebot – gerade im Juni – der Markt gerade komplett neue aufgeräumt wird, und dabei viele Veranstalter auf der Strecke bleiben, ist das Stagnation auf verdammt hohem Niveau. Darauf bin ich ebenso stolz wie auf mein Team, das ein organisatorisch nahezu perfektes Event auf die 4 Bühnen gebracht hat. Das Feedback welches uns seitens der Zuschauer und Bands erreicht ist phänomenal und für alle Beteiligten ist es weit mehr als nur ein normales Festival-Wochenende. Ich bin wahnsinnig stolz, wie sich diese Schnapsidee entwickelt hat. Und dabei geht es hier nicht um Selbstbeweihräucherung, es geht um Musik!“ 

Sebastian Weindel hat die 8. Edition des Maifeld Derbys für uns bildlich festgehalten. Hier eine Galerie: