Unsere Lieblingsacts auf dem Maifeld Derby 2017 (Part I. mit David)

Als dieses Jahr nach und nach die Gäste des diesjährigen Maifeldderby in Mannheim bestätigt wurden, ist uns regelmäßig das Gehirn vor Endorphin übergelaufen. Wir stellen euch die Acts vor, auf die wir uns persönlich am meisten freuen!

Am kommenden Freitag ist es finally soweit und das siebte Maifeld Derby auf dem Maimarkt Gelände in Mannheim ist für drei Tage lang musikalisch der vielleicht interessanteste Ort Deutschlands. Unsere Autoren haben natürlich Bands und Musiker, auf die sie sich besonders freuen, weswegen wir uns hier die Zeit (apropos, hier der Timetable) nehmen, um die individuellen Favoriten einzeln vorzustellen.

Whitney

Der ehemalige Gitarrist der Smiths Westerns Max Kakacek und der ehemalige Drummer von Unknown Mortal Orchestra Julian Ehrlich haben mit „Light Upon The Lake“ im Juni 2016 ein Album herausgebracht, dass vor allem durch seine spielerisch konstant wirkende Originalität überzeugt. Ehrlichs Texte sind voller Traurigkeit über verlorene Liebe und der daraus entstehenden Einsamkeit und scheinen eigentlich so gar nicht zu entspannt fröhlichem Rock n Roll Sound zu passen, werden aber durch die weichen Gitarren aufgefangen, was vor allem live zu einem Gesamtkonstrukt werden kann, dass wie gemacht für einen warmen Sommer erscheint. Und ganz ehrlich, traurig ist man auch bei 30 Grad und Sonnenschein. Es lässt sich eben einfacher ertragen.

Moderat

Der Zusammenschluss aus Modeselektor und Apparat scheint wie gemacht für die Nacht von Samstag auf Sonntag. Mit dem Slot von 23.00 bis 00.20 Uhr wird ausreichend Zeit sein, um durch die elektronischen Sphären von Moderat zu steigen und schlicht ein verdammt gutes Elektro Konzert zu erleben. Spätestens, wenn es durch die ganze Palastzeltbühne „This is not what you wanted“ schallt, erlebt der Samstag mit einem der Headliner einen großartigen Abschluss. Bis es Acab Arab und Gewalt nochmal mit allem was sie haben, krachen lassen.

WHY?

„Moh  Lhean“ war großartig und hat gezeigt, dass WHY? 2017 sogar noch ein Stück weit besser geworden sind. Yoni Wolfs Texte sind immer noch direkt und kompliziert zugleich, sie brauchen Zeit, um verstanden zu werden und sind anspruchsvoll aufzunehmen, aber was WHY? gerade für ein Festival wie das Maifeldderby stimmig machen, ist das ruhige, folklastige Arrangement, das „Moh Lhean“ so schön macht.

Holygram

Atmosphärischer Post-Punk aus Deutschland ist spätestens seit Bands wie Lea Porcelain der Musikpresse auch hierzulande wieder ein Begriff. Holygram aus Köln gehen in eine ähnliche Richtung, wenn auch mit deutlich mehr New Wave Einfluss. Die bereits 2016 veröffentlichte erste EP bezeichnen die Jungs selbst als „music for the lost“. Ein Hang zum Pathetischen ist also vorhanden, was der Qualität der sechs veröffentlichten Songs allerdings keinen Abbruch tut. Extrem viel Hall, ein Meer aus Synthies und Distortion und der über allem schwebende Einfluss der nie zu Ende gehenden 80er erschaffen ein Klangbild, dem sich Fans von New Order, den Stone Roses oder Lebanon Hanover nicht entziehen können. Wollen eh nicht.

Voodoo Jürgens

Aus Wien kommt ja gefühlt jeder oder jede, der oder die, weil’s nur die wirklichen Kenner kennen, true Avantgarde ist. Dann, blöderweise, kommen die ganzen Leute, die doch auch so gern individuell interessiert und ach so vielfältig informiert wären oder einfach nur die Musik beziehungsweise die Kunst der oben genannten ganz toll finden. So zu erleben bei den Sprach- und Öffentlichkeitsmonstern Stefanie Sargnagel und Yung Hurn oder eben auch beim leicht morbiden Songwriter Voodoo Jürgens, der ungelogen der shit ist. Genug der Rezeptionslogikversuche und -verdammung, Voodoo Jürgens schreibt die originellsten deutschen Texte des letzten Jahres und wird live ganz wunderbar sein. Versprochen, gä.

Cigarettes After Sex

Mal sehen, wie diese bewusst extrem zurückhaltende Introvertiertheit live auf einer Bühne aussehen kann. Songs wie „Affection“ oder „Each Time You Fall In Love“, die live um 21.00 bei wahrscheinlich 20 Grad gespielt werden, könnten ein kleines, stilles Highlight werden. Und der klinische Herzbruch des Publikums. Glücklicherweise spielen im Verlaufe des Abends noch Bilderbuch, um einen aus den Tiefen der Cigarettes After Sex Melancholie zu holen. Oder man läuft zum Bierstand und schaut ob man’s selbst schafft. Prognose: Nein.

Slowdive

Es sind fuckin Slowdive. Und letztes Album war premium. Aus.