Nein, du kriegst heute kein Mr. Brightside von mir!

Mr Brightside // © Vimeo

Ein kleiner Exkurs zu Musikwünschen auf Indie-Partys.

Musikwünsche an den DJ sind meiner Meinung nach kein Sakrileg. Ich mags, wenn mich Gäste beim Auflegen mit Wünschen versorgen. Das bietet ab und an wirklich schöne Ideen für den weiteren Verlauf des Abends, aber oft leider auch immer wieder das Gleiche.

Hoch im Kurs steht Mr. Brightside. Keine Frage, ein absolut toller Song. Mittlerweile dürfte aber jeder, der seinen Musikgeschmack mit dem Wort „Indie“ umschreibt, dieses 2004 erschienene Stück Musikgeschichte zumindest oft genug gehört haben, um es sich nicht jeden Abend zu wünschen. Oder der Wunsch nach Bloc Party wird laut: Ein paar Tracks später spiel ich Ratchet von 2013. Und noch bevor das Ding vorbei ist, hört man von der Seite ein: „Ey, wann kommt denn jetzt endlich Bloc Party?“ Auf die Antwort, dass das die gewünschte Truppe ist, kommt nur noch: „Ey, aber du weißt doch was ich meine… Den einen Song da, den man halt kennt.“ Wohlgemerkt tanzt der Rest des Publikums. Und am nächsten Nachmittag findet man in der Veranstaltung noch ein nettes Posting à la „Scheiß DJ, erfüllt gar keine Wünsche.“ Cool, danke.

Noch schlimmer ist es dann, wenn Gäste sich irgendwas komplett anderes unter der Party vorgestellt haben. Oder einfach die Musik nicht verstehen. Weder Helene Fischer, Materia, noch irgend ein Act aus dem letzten Tomorrowland-Line-Up landet im Set. Nein, auch nicht die Hymne deines lokalen Fußball-Vereins. Und dein Handy kannst du auch nicht anschließen.

Aber auch das andere Extrem ist nicht selten. Wenn man zwischen Grouplove, Fenech Soler und The Fashion dann mal den „Fehler“ macht „Eez-Eh“ von Kasabian zu spielen, ist natürlich der asozialste Partygast überhaupt zugegen und tritt dir nach kurzem Wortgefecht von hinten in die Kniekehle. Vor diesem Ereignis hab ich mich immer gefragt, warum es in einigen Clubs Notfall-Knöpfe für DJs gibt. Ich hätte zu gerne einen gehabt.

Perfekt wäre natürlich, wenn man diesen großen roten Knopf nie braucht, wenn sich Leute bedanken, während anstatt „Wonderwall“ mal „She’s Electric“ gespielt wird, wenn Wünsche irgendwo zwischen Urban Cone, den Chvrches und Is Tropical ankommen und vielleicht freut sich ja sogar jemand über schönes Mixing. Das wäre echt toll. Ich hab wirklich immer total Spaß dabei, Musik aufzulegen und Leute zum Tanzen zu bringen. Aber es gibt oft einzelne Gäste, bei denen man sich wirklich fragt, wieso sie es nicht selber als DJ versuchen, wenn sie meinen es eh besser zu können. Oder warum sie nicht zuhause bleiben. Da wo man jeden Song selbstbestimmt hören kann und sich nicht auf einen DJ verlassen muss. Denn der spielt ja eh nur Scheiße und nie das, was ich hören will.

 

Wer dann trotzdem noch immer nicht genug hat, hier zum x-ten Mal:

 


Jonas

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