Great News // © Linn Heidi Stokkedal

Am 16. Februar erschien das Debüt der drei Norweger Even Kjelby, Kim Åge Furuhaug und Ole Kristian Einarsen. Mit ihrem Daze-Pop, einer Mischung aus Pop und Shoegaze bringen sie frischen Wind in die Gefilde des Indie-Pops. Im Interview zeigen die drei Jungs von Great News, dass sie obendrein einen ausgesprochen guten Humor haben.

Bergen wird nicht gerade selten als bedeutender Entstehungsort neuer Musik gehandelt – „Bergensbølgen“ lautet der Begriff, mit dem die Medien die musikalische Entwicklung bezeichneten, die Anfang der 90er Jahre und in den 2000ern von Künstlern aus der norwegischen Hauptstadt ausging. Glücklicherweise wurde niemand dabei verletzt, scherzen die drei Jungs von Great News als sie in Bezug auf die Musiklandschaft Norwegens im Interview über das Phänomen sprechen. Wir finden: Kein Wunder, dass es für den Einfluss der Musik aus Bergen bereits einen Namen gibt – auch Kjelby, Furuhaug und Einarsen machen mit ihrem Daze-Pop eine völlig neue Musikrichtung auf, sind gewissermaßen Vorreiter eines neuen Genres. Im Interview spricht das Trio außerdem über ihre Inspirationsquellen, die Produktion von „Wonderfault“ und ihre Zukunftspläne – und bringen uns dabei das ein oder andere Mal zum Schmunzeln.

Wie kam es zur Gründung eurer gemeinsamen Band?

Wir haben wie jede andere Band angefangen, denke ich. Drei Jungs, die ihre Zeit damit verbringen Musik zu machen. Even und Ole haben sich getroffen, als sie mit einem gemeinsamen Freund in einer Band spielten. Da hat Even schnell gemerkt, dass Ole das Zeug zu einem besten Freund hat und so gründeten sie ihre eigene Band.

Was inspiriert eure Musik?

Wir haben so viele verschiedene Inspirationsquellen. Aber die, bei denen wir uns einig sind, sind wohl Fleetwood Mac, AC/DC and Scatman John. Wir beziehen auch eine Menge Ideen von Filmkomponisten wie Thomas Newman and John Williams. Außerdem werden wir sehr von Gordon Ramsay und seinen Kochkünsten inspiriert – er ist offensichtlich sehr zornig, also muss sein Essen überirdisch schmecken! Und von dem berühmten Skifahrer Bjørn Dæhli, wie er durch den Schnee gleitet ist phänomenal.

Wie würdet ihr die Musiklandschaft Norwegens beschreiben? Gibt es irgendwelche Bands, die ihr uns empfehlen würdet?

Die norwegische Musiklandschaft ist sehr unvorhersehbar. Viele Hügel, Höhen und Tiefen, weißt du? Wir haben einige legendäre Berge und Flüsse, die man alle besuchen kann. Und von Bergen ausgehend gab es einmal eine Musikwelle, „bergensbølgen“ genannt, die mit großer Kraft über das ganze Land rollte. Viele Leute wurden davon beeinflusst, aber glücklicherweise wurde niemand verletzt. Wir leben auch alle in Iglus und reiten jeden Morgen auf Bären zur Arbeit.

Wir würden die Bands Young Dreams, Softcore Untd. und No States empfehlen. Sie sind wahre Leviathane – wenn ich das so sagen darf.

Ihr habt „Wonderfault“ alleine aufgenommen. Wie habt ihr das gemacht? Erzählt mir von euren Erfahrungen.

Wir haben das Album mit den Mitteln produziert, die uns zur Verfügung standen. Deshalb wollten wir keine Entschuldigungen hören, wie „Wir können mit den Aufnahmen nicht anfangen, weil uns dies oder das im Studio fehlt“.

Wir haben im Februar 2017 angefangen, an dem Album zu arbeiten und es im Februar 2018 veröffentlicht. Man könnte es damit vergleichen, einen Furz ein Jahr lang zurückhalten zu müssen: Wenn du ihn rauslässt, bist du etwas verlegen, aber gleichzeitig sehr stolz. Und du bist dir sehr unsicher, wie die Leute darauf reagieren werden. Manche werden sagen „Guter Job“, andere „‚Holy mother of titts‘, was ist falsch mit dir?“ Der ein oder andere wird sich daran wahrscheinlich nicht stören, weil er es gewöhnt ist, jeden Tag eine Menge Scheiße zu sehen und zu hören.


Was ist eure Definition von „Wonderfault“?

„Wonderfault“ ist etwas, das mit seinen Fehlern wunderschön ist und auch nicht komplett makellos sein muss, um schön zu sein.

Wie arbeitet ihr als Band zusammen? Gibt es eine Aufgabenteilung?

Even ist der Masseur, der überprüft, ob die anderen Bandmitglieder glücklich und in bester Gesundheit sind – für gewöhnlich sind sie das. Ole ist quasi so etwas wie unser Schraubschlüssel in den Zahnrädern. Er legt auch mal den Finger in die Wunde und hat die Aufgabe alles zu hinterfragen, was wir tun, sagen oder fühlen. Einmal hat er sogar seine eigene Existenz hinterfragt, das brachte nichts Gutes. Wir würden ihn doch nicht nach Indien oder irgendwohin reisen lassen, um seinen Sinn zu finden oder, Gott verbiete, sich selbst. Kim ist der ernannte Fahrer: Er arbeitet für Foodora (Lieferservice), deshalb bringt er uns immer Essen, wann auch immer wir hungrig sind. Außerdem ist er für uns als Tourmanager tätig.

Was sind eure Zukunftspläne? Welche Ziele möchtet ihr als Band noch erreichen?

Unser Plan für die nächste Zeit ist, nicht zu sterben und eine Taubenfarm zu eröffnen, auf der wir Tauben beibringen werden, Instrumente zu spielen, sodass wir eine Tauben-Jazzband gründen können… mit dem Namen „Tauben-Jazzband 3“. Wenn das erledigt ist, möchten wir mit Great News Ink durchstarten, wo wir Dinge verkaufen, von denen du noch nicht wusstest, dass du sie brauchst. Socken mit Fersenwärmern. Singende Staubsauger (Wir werden einfach eine Flöte reinstecken). Eine Laptop-Waschmaschine, in der du all deine Laptops reinigen kannst, bis sie neu und glänzend aussehen. Und natürlich die Hauptsache: Wir benutzen Schuhe für die Füße, aber was ist mit unseren Händen? Wir werden die Schuhindustrie mit „hand shoes“ beziehungsweise „shond“ revolutionieren.

Englische Version
How did Great News start out?

We startet out like any other band I guess. Three boys who spend their time playing music. Even and Ole met while playing in a band with a mutual friend. Even realized that Ole was best friend material so they soon found themselves starting their own band.

Where does the inspiration for your music come from? 

We have so many different sources of inspiration. But the ones we have most in common must be Fleetwood Mac, AC/DC and Scatman John. We also draw a lot from movie composers like Thomas Newman and John Williams. We are also very inspired by Gordon Ramsay and his cooking, he is apparently very angry so his food must taste like heaven. And the famous skier Bjørn Dæhli, his glide is phenomenal.

How would you describe the musical landscape in Norway? Are there any bands you would recommend?

The musical landscape in Norway is very unpredictable. Lots of hills, ups and downs you know. We have some legendary mountains and rivers, which all are possible to visit. In Bergen we had a music wave called „bergensbølgen“, it washed over the country with great force. A lot of people was effected by it, but luckily no one was hurt. We also live in igloos and ride bears to work every morning.

We would recommend the groups YOUNG DREAMS and a rap group called SOFTCORE UNTD., and a band called NO STATES. They are true leviathans. If I’m allowed to write that.

You recorded „Wonderfault“ on your own. How did you do this? Tell me about your experiences.

We made this album with what we had available. So we don’t want to hear any excuses like „we can start recording yet cus we lack this and that in the studio“.

We started working on the album in February 2017 and pooped it out to the public February 2018. So u could compare it to holding in a poop for a year. When you let it out you’re a bit embarrassed but also very proud. And you’re real uncertain how people will react to it. Some will say „good job“ some say „holy mother of titts, what is wrong with you?“ Someone will probably not be affected by it at all cause they’re used to seeing and hearing a lot of shit on a daily basis.

What is your definition of „Wonderfault“?

The definition of Wonderfault is something that is beautifully broken or not needing to be completely flawless to be beautiful.

How do you work together as a band? Is there any division of tasks?

Even is the massage guy who checks in on the other guys to see if they’re happy and in good health, usually they are. Ole is the wrench in the gears. His job is to question everything we do, say or feel. He even questioned his own existence once, he came up with nothing lucky for us. We wouldn’t want him traveling off to India or something to find meaning, or god forbid, himself. Kim is the designated driver. He works for Foodora (food service) so he brings us food whenever we’re hungry. He’s also the tour manager.

What are your plans for the future? Which goals do you want to achieve as a band?

Our plan for the next decade is not to die, start a pigeon farm, where we’re going to teach them to play instruments so we can make a pigeon jazz band called… Pigeon Jazz Band 3. When that is done we’re gonna start Great News ink where we sell things you didn’t even know you needed. Socks with heel warmers. Singing vacuum cleaners. (We’re probably just gonna stick a flute to it). A laptop washing machine where you can put all the laptops in your household and hose them down to look all new and shiny. And of course the main thing. We use shoes for our feet but what about our hands? We’re going to revolutionize the shoe industry with hand shoes or “shond” if you will.