Lomboy // © Yayuki

Die Österreicherin Lomboy hat längst ihre Koffer in ihrer neuen Wahlheimat Brüssel abgestellt. Mitgebracht hat sie den Belgiern einen Vaporwave Pop-Sound aus den verschiedensten Ecken der Welt.

Tanja Frinta wird in den Pressetexten gerne als „Citizen of the world“ bezeichnet, was so verkehrt nicht ist. Die Österreicherin hat bereits in Schweden und Spanien gelebt, wohnt mittlerweile in Brüssel und hat einen großen Teil ihrer Musik in Tokio und Paris kreiert. Die Zusammenarbeit mit lokalen Bands wie Lamp in Japan oder Le Colisée und Las Aves in Frankreich haben ihren Sound zu einem Gebilde reifen lassen, das man in der Haute Cuisine wohl als Fusion bezeichnen würde.

Einflüsse aus asiatischer Weltmusik und französischem Chanson verfließen zu einem Etwas, das sich anfühlt, als hätte man eine zugeteerte Stadt über Nacht mit süßlich riechender Flora und Fauna übersät. Die Single „Loverboy“ weist gar karibisch anmutende Elemente auf, die man sich hervorragend in einem kitschigen Saunaclub der späten 80er Jahre vorstellen könnte.

 

 

 

 

 

 

 

Aphrodisierender Vaporwave Pop

Es ist die aphrodisierende Stimmung, die den Pop-Sound von Lomboy derart besonders macht. Verrucht und dann in anderen Momenten doch prüde und schüchtern drosseln die Beats mit Lounge-Charakter auf den Hörer ein. Dabei zeigt sie sich in ihrem Storytelling bescheiden, besingt die drohende Einsamkeit in Metropolen wie eben Tokio oder Paris. Diese Bescheidenheit drückt sich durch eine ganz besondere Art der Darbietung aus. Verträumt, manchmal schwer zu folgen sind ihre Lyrics und die Musikerin selbst behauptet sogar: „Ich spreche nicht die Sprache, die euch sonst so bekannt ist“. Lomboy fühlt sich wohl in der Rolle des dreamy Strangers, die gerne alles durch eine rosarote Brille sieht.

Die Produktion umnebelt den Hörer mit schlichten, sich wiederholenden Beats und schafft eine intime Stimmung zwischen dem Erzähltem und der Erzählerin. Erst vor kurzem konnte die Newcomerin beim Eurosonic auch live überzeugen und am 31. Januar ist ihre neue EP „Warp Caress“ erscheinen. Kein Wunder, dass sie momentan als eine der heißesten Newcomer für das Jahr 2018 gehandelt wird. Wir sind auf jeden Fall gespannt und haben uns sicherheitshalber bereits eine rosarote Brille vorbestellt. Man will ja mithalten können.

 

Photo Credits: Yayuki